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Dank seiner feinen Nase kann der Hund die Witterung
eines vermissten Menschen orten und diesen so finden. Dadurch kann
Leben gerettet werden. Erstaunlich oft werden Border Collies als
Rettungshunde eingesetzt. Rettungshunde lernen in
einer mehrjährigen und sehr anspruchsvollen Ausbildung, Menschen zu
suchen, zu finden und „anzuzeigen“. Anzeigen heisst, dass der Hund
seinem menschlichen Partner auch auf weite Distanz und ausser
Sichtkontakt mitteilt, dass er einen Menschen gefunden bzw.
menschliche Witterung geortet hat. Die Art und Weise des Anzeigens
hängt von der Rettungshunde-Sparte ab (siehe unten).
Alle einsatzmässig ausgebildeten Rettungshunde zeichnen sich durch
Such- und Lauffreude, Geländegängigkeit, Ausdauer, Arbeitsfreude,
Selbständigkeit sowie Führigkeit und Nervenstärke/Belastbarkeit aus.
Über diese Qualitäten verfügen auch einige Border Collies. Der andere
Teil im Rettungshunde-Team ist ein Mensch, der seinen tierischen
Freund führen, motivieren und „lesen“ kann. Der
Katastrophenhund (KH) K-Hunde werden nach Erdbeben,
Bergstürzen, Explosionen etc. eingesetzt. Sie sind in der Lage, auf
schwierigstem Trümmergelände und auch unter Ablenkung (Hunderte von
anderen Gerüchen, Maschinenlärm, andere Retter bei der Arbeit etc.)
die Witterung von verschütteten Menschen zu orten. Ihren „Fund“ zeigen
K-Hunde durch Verharren, Bellen und Scharren (Eindringen) an. Die
Ausbildung der K-Hunde geschieht in der Schweiz durch REDOG (rescue
dog; www.redog.ch).
Im Auslandeinsatz sind die K-Teams Teil des bekannten
Katastrophenhilfekorps (SKH;
www.deza.admin.ch).
Aktuell gibt es in der Schweiz 42 einsatzfähige K-Teams. Rund ein
Viertel davon sind Border Collies.

Border-Collie-Hündin Tiby (einsatzfähig KH) von Linda Hornisberger
sucht nach menschlicher Witterung. Irgendwo unter den Trümmern ist für
die Übung eine lebende Person versteckt und „eingegraben“ worden.
K-Hunde tragen weder Halsband noch Schabracke, weil dies die
Sucharbeit behindern oder gar zu Verletzungen führen könnte.

Anzeige durch Verharren, Bellen und Scharren/Eindringen: Der Hund
teilt seinem menschlichen Partner mit, wo genau er das Austreten
menschlicher Witterung geortet hat. Der Hundeführer „übersetzt“ das
antrainierte Verhalten des Hundes (instrumentale Konditionierung) in
unsere Sprache. Die Rettungsmannschaft benötigt gute und genaue
Angaben, damit der verschüttete Mensch möglichst rasch gerettet bzw.
geborgen werden kann.
Der Geländesuchhund (GS) und der Gebirgsflächensuchhund (GFS)
Die GS-Hunde der alpinen Rettung des Schweizerischen Alpen-Clubs (SAC;
www.sac-cas.ch)
und die GFS-Hunde von REDOG (www.redog.ch)
kommen in den Einsatz, wenn ein Mensch im unwegsamen Gelände vermisst
wird (z.B. ein verunfallter Bergwanderer oder eine Suizid gefährdete
Person). Diese Hunde zeigen einen gefundenen Menschen durch Bringseln
(wie der Sanitätshund) oder durch Bellen an. Diese Hundeführer
zeichnen sich neben den rein „hundlichen“ Fähigkeiten speziell durch
Gebirgstüchtigkeit, gutes Orientierungsvermögen (Karte/Kompass) und
Kenntnisse in Rettungsmassnahmen aus (Erste Hilfe und Seiltechnik).
Für Suchaktionen werden die GS- und GFS-Teams meist von der Polizei
oder von der REGA aufgeboten. Sowohl der SAC wie auch REDOG haben in
ihren Reihen eine ganze Anzahl Border Collies.
(Dieser Kurzfilm benötigt
Windows Media Player)
Border-Collie-Hündin Lisa (einsatzfähig GS, GFS und KH) von Martin
Grünig zeigt durch Bellen einen gefundenen Rucksack an. In der alpinen
Rettung zeigen die Hunde auch Rucksäcke, Jacken und ähnliches an.
Vielleicht ist der gefundene Gegenstand ein Hinweis auf den vermissten
Menschen. Der GS- und GFS-Hund trägt eine Schabracke, damit er als
Rettungshund erkannt wird. Die Glöckchen an der Schabracke geben dem
Hundeführer Hinweise, wo sich sein Hund befindet, denn oft arbeitet
der Hund weit ausserhalb der Sichtweite seines Partners. Nachts wird
die Schabracke mit einem Leuchtband versehen.
Der Lawinenhund (LawH)
Die Lawinenhunde des Schweizerischen Alpen-Clubs (SAC;
www.sac-cas.ch)
sind durch ihre mehrjährige Ausbildung in der Lage, im Schnee
verschüttete Menschen zu orten. Sie zeigen primär durch Scharren an.
Auch der Lawinenhund zeigt Gegenstände an, weil diese nicht zufällig
im Lawinenkegel liegen, sondern Hinweise auf den vermissten Menschen
sind. Trotz aller technischen Geräte sind die Lawinenhunde nach wie
vor ein unentbehrliches Suchmittel der organisierten alpinen Rettung.
In der Schweiz stehen aktuell rund 130 Lawinenhunde bereit, um Leben
zu retten. Darunter ist auch ein Border Collie. Übrigens: Der
legendäre Barry soll über 40 Menschen den Weg ins Hospiz St. Bernhard
gezeigt haben. Er war aber kein ausgebildeter Lawinenhund im heutigen
Sinn.

Die Ausbildung von Rettungshunden geschieht in allen Sparten über die
Motivation. Für die tolle Nasenarbeit wird das Tier durch Belohnung
positiv bestätigt: Sei dies nun durch Guteli (Trockenfutter, Wurst,
Käse etc.) oder durch ein Spielzeug (hier ein Tennisball). Der
motivierte Rettungshund kümmert sich wenig um die vielleicht sehr
tragischen Ereignisse, die seinen Einsatz erforderlich gemacht haben.
Er freut sich auf die Nasenarbeit sowie auf Spiel und Beute.
(Text + Bilder: Martin Grünig
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