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Winterwanderwochenende des BCCS vom 23.1. – 25.1.2004 in Kandersteg (BE)

 
 

Es ist Freitag und Frauchen schneidet mir die Haare an den Pfoten - da muß mit längeren Aktivitäten im Schnee zu rechnen sein. Ich warte darauf, daß die Langlaufskier geholt werden, aber nichts dergleichen geschieht. Stattdessen wird mein Reiserucksack mit meinen persönlichen Utensilien aufgefüllt - mich dünkt, das gibt was größeres und ich liege daher parat, jedoch nicht im Weg. Als Frauchen mich bittet ins Auto einzusteigen, hat sie gar nicht gemerkt, daß ich bereits drinnen sitze, damit wir ohne jegliche Verzögerung die Reise starten können.

Erste Mosaiksteine für unser gemeinsames Reiseziel sind Schnee und Übernachtung. Nach dem Grenzübertritt in Basel und diversen Tunnels habe ich gewisse Vorahnungen über unsere Destination, denn ich verknüpfe damit meine Heimat im Emmental sowie das Berner Oberland. Schon bald wird mir klar, daß es in die Berge geht, denn als ich auf dem Parkplatz in Kandersteg aussteige, sehe ich mich in alt vertrauter Border-Collie Wochenend-Winterregion wieder. Da muß man erst einmal ordentlich markieren, damit die nachfolgenden Kumpels gleich wissen, wer bereits angekommen ist.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang im frischen Pulverschnee hatte ich wie bereits bei den letzten Treffen das Gefühl, das ich hier genau richtig bin. Waren doch bei dieser tollen winterlichen Umgebung solch interessante Gerüche festzustellen und es trafen immer mehr von meinen Freunden und Verwandten ein und die mir noch nicht bekannten, lernte ich bei unserer Nachtwanderung kennen. Der Schnee stob in hohem Bogen dahin, so schnell waren wir wieder unterwegs, daß unsere zweibeinigen Freunde nicht mehr zu sehen waren.

Am Samstag trafen noch mehr von meinen vier- und zweibeinigen Freunden ein. Voller Erwartung ging es mit allen wieder zur Seilbahn Sunnbüel, wo es in der Kabine kurzfristig etwas sehr eng für alle war, aber wir wären keine Border-Collies, wenn wir solches nicht völlig lässig auf uns nehmen würden.

Unterwegs Richtung Rest. Schwarenbach

Endlich den Ausgang hinter uns lassend stoben wir mit der uns ureigenen Power auf dem Sunnbüel davon, kannten doch die meisten von uns die tolle Region und führten dann die neuen bei strahlendem Sonnenschein so richtig ein. Die Zweibeiner waren in Gedankenaustausch mit sich beschäftigt, daß wir ganz auf unsere Kosten kamen.

Die Route 

Ich hab sie alle im Blick


Wir liefen Richtung Gemmipaß bis zum Restaurant Schwarenbach und zurück. Soviel Plausch, Sonne und Schnee macht aber auch etwas müde und so waren wir nach einer Einkehr im Gasthaus an der Bergstation über ein kleines Verweilen nicht unglücklich. Unsere Zweibeiner nahmen ein ortstypisches Mahl ein, während wir dichtgedrängt an und unter den Tischen lagen und selbstverständlich unauffällig fasteten.

Der harte Kern, welcher sich bis zum Rest. Schwarenbach durchgekämpft hatte.

Nach kurzer Regeneration ging es dann wieder weiter, diesmal war die Seilbahn nur für uns gefahren! Neu gestärkt kam es dann zu einem Auslaufen der ganz unentwegten, bevor sich unsere Zweibeiner im hoteleigenen Wellnessbereich vergnügten. Wir selbst hatten soviel im Schnee gebadet, daß uns derlei Anwandlungen unserer Zweibeiner nicht sonderlich interessierte, als wir uns in den Hotelzimmern nach einem ausgiebigen Mahl vorübergehend zur Ruhe setzten.

Daß unsere Zweibeiner am Abend mal wieder ein hervorragendes Fleischfondue speisten, konnten wir riechen. Mir und manch anderen wurde sogar eine kleine Fleischauswahl in der Robydog Tüte mitgebracht, bevor wir zu einer erneuten gemeinsamen Nachtwanderung starteten. Es schneite in der Zwischenzeit und wir waren auf den kommenden Tag gespannt.

Gruppenfoto am Sonntag

Tolle Aussicht

Am Sonntag ging es dann auf einen wunderschönen Rundkurs im Neuschnee, wobei wir den Trampelpfad für unsere tapferen Zweibeiner erst noch vorbereiten mußten. Dabei trafen wir in Ortsnähe auf viele andere Fußgänger, die sich allesamt nicht über uns mokierten, wenn wir im großen Rudel um sie herum sprangen sondern uns gegenüber sehr wohlwollend waren. Überhaupt hatten wir den Eindruck, daß wir dort als Gäste akzeptiert waren und daß man unsere diversen hundlichen Bedürfnisse ernst nahm.

Vortrampen!

Es folgte zum Ausklang eine letzte Einkehr unserer Gruppe in einer Gaststätte, bei der wir wieder dicht gedrängt und fastend bei unseren Zweibeinern lagen und keinen Anlaß für Kritik boten, denn wir wollen ja nächstes Jahr wieder kommen, unbedingt.

Auf der Heimfahrt machte ich es mir im Auto nach soviel Action richtig bequem und dachte kurz vor dem Einschlafen noch, hoffentlich kommen alle nächstes Jahr wieder und noch ganz viele neue dazu. Es war so schön.

Pilgrim Bronwen

Text: Dagmar Lingg
Fotos: Josiane Bernard / Beat Näpfli