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Es ist Freitag und Frauchen schneidet mir die Haare
an den Pfoten - da muß mit längeren Aktivitäten im Schnee zu rechnen
sein. Ich warte darauf, daß die Langlaufskier geholt werden, aber
nichts dergleichen geschieht. Stattdessen wird mein Reiserucksack mit
meinen persönlichen Utensilien aufgefüllt - mich dünkt, das gibt was
größeres und ich liege daher parat, jedoch nicht im Weg. Als Frauchen
mich bittet ins Auto einzusteigen, hat sie gar nicht gemerkt, daß ich
bereits drinnen sitze, damit wir ohne jegliche Verzögerung die Reise
starten können.
Erste Mosaiksteine für unser gemeinsames Reiseziel
sind Schnee und Übernachtung. Nach dem Grenzübertritt in Basel und
diversen Tunnels habe ich gewisse Vorahnungen über unsere Destination,
denn ich verknüpfe damit meine Heimat im Emmental sowie das Berner
Oberland. Schon bald wird mir klar, daß es in die Berge geht, denn als
ich auf dem Parkplatz in Kandersteg aussteige, sehe ich mich in alt
vertrauter Border-Collie Wochenend-Winterregion wieder. Da muß man
erst einmal ordentlich markieren, damit die nachfolgenden Kumpels
gleich wissen, wer bereits angekommen ist.

Nach einem ausgiebigen Spaziergang im frischen
Pulverschnee hatte ich wie bereits bei den letzten Treffen das Gefühl,
das ich hier genau richtig bin. Waren doch bei dieser tollen
winterlichen Umgebung solch interessante Gerüche festzustellen und es
trafen immer mehr von meinen Freunden und Verwandten ein und die mir
noch nicht bekannten, lernte ich bei unserer Nachtwanderung kennen.
Der Schnee stob in hohem Bogen dahin, so schnell waren wir wieder
unterwegs, daß unsere zweibeinigen Freunde nicht mehr zu sehen waren.

Am Samstag trafen noch mehr von meinen vier- und
zweibeinigen Freunden ein. Voller Erwartung ging es mit allen wieder
zur Seilbahn Sunnbüel, wo es in der Kabine kurzfristig etwas sehr eng
für alle war, aber wir wären keine Border-Collies, wenn wir solches
nicht völlig lässig auf uns nehmen würden.

Unterwegs Richtung Rest. Schwarenbach
Endlich den Ausgang hinter uns lassend stoben wir mit der uns
ureigenen Power auf dem Sunnbüel davon, kannten doch die meisten von
uns die tolle Region und führten dann die neuen bei strahlendem
Sonnenschein so richtig ein. Die Zweibeiner waren in Gedankenaustausch
mit sich beschäftigt, daß wir ganz auf unsere Kosten kamen.

Die Route

Ich hab sie alle im Blick
Wir liefen Richtung Gemmipaß bis zum Restaurant Schwarenbach und
zurück. Soviel Plausch, Sonne und Schnee macht aber auch etwas müde
und so waren wir nach einer Einkehr im Gasthaus an der Bergstation
über ein kleines Verweilen nicht unglücklich. Unsere Zweibeiner
nahmen ein ortstypisches Mahl ein, während wir dichtgedrängt an und
unter den Tischen lagen und selbstverständlich unauffällig fasteten.

Der harte Kern, welcher sich bis zum
Rest. Schwarenbach durchgekämpft hatte.
Nach kurzer Regeneration ging es dann
wieder weiter, diesmal war die Seilbahn nur für uns gefahren! Neu
gestärkt kam es dann zu einem Auslaufen der ganz unentwegten, bevor
sich unsere Zweibeiner im hoteleigenen Wellnessbereich vergnügten.
Wir selbst hatten soviel im Schnee gebadet, daß uns derlei
Anwandlungen unserer Zweibeiner nicht sonderlich interessierte, als
wir uns in den Hotelzimmern nach einem ausgiebigen Mahl
vorübergehend zur Ruhe setzten.
Daß unsere Zweibeiner am Abend mal
wieder ein hervorragendes Fleischfondue speisten, konnten wir
riechen. Mir und manch anderen wurde sogar eine kleine
Fleischauswahl in der Robydog Tüte mitgebracht, bevor wir zu einer
erneuten gemeinsamen Nachtwanderung starteten. Es schneite in der
Zwischenzeit und wir waren auf den kommenden Tag gespannt.

Gruppenfoto am Sonntag

Tolle Aussicht
Am Sonntag ging es dann auf einen
wunderschönen Rundkurs im Neuschnee, wobei wir den Trampelpfad für
unsere tapferen Zweibeiner erst noch vorbereiten mußten. Dabei
trafen wir in Ortsnähe auf viele andere Fußgänger, die sich allesamt
nicht über uns mokierten, wenn wir im großen Rudel um sie herum
sprangen sondern uns gegenüber sehr wohlwollend waren. Überhaupt
hatten wir den Eindruck, daß wir dort als Gäste akzeptiert waren und
daß man unsere diversen hundlichen Bedürfnisse ernst nahm.

Vortrampen!
Es folgte zum Ausklang eine letzte
Einkehr unserer Gruppe in einer Gaststätte, bei der wir wieder dicht
gedrängt und fastend bei unseren Zweibeinern lagen und keinen Anlaß
für Kritik boten, denn wir wollen ja nächstes Jahr wieder kommen,
unbedingt.
Auf der Heimfahrt machte ich es mir im
Auto nach soviel Action richtig bequem und dachte kurz vor dem
Einschlafen noch, hoffentlich kommen alle nächstes Jahr wieder und
noch ganz viele neue dazu. Es war so schön.
Pilgrim Bronwen
Text: Dagmar Lingg
Fotos: Josiane Bernard / Beat Näpfli
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